Letzte Ausschreibung 2018 stark unterzeichnet

Bei der letzten Ausschreibung für Windenergie an Land wurde nur knapp über die Hälfte des ausgeschriebenen Volumens vergeben. Seit der Ausschreibungsrunde im Februar 2018 hat sich der durchschnittliche Zuschlagspreis stetig erhöht und erreicht einen neuen Spitzenwert.  

Die Bundesnetzagentur hat zum Gebotstermin 1. Oktober 2018 670 Megawatt (MW) für den Ausbau der Windenergienutzung ausgeschrieben. Auch bei dieser Ausschreibung musste eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorliegen.

Weniger Gebote abgegeben

Mit 62 eingegangenen Geboten und 388 MW wurde das Ausschreibungsvolumen zum zweiten Mal nicht erreicht und so stark unterschritten, wie noch nie zuvor. Lediglich 57 Projekte mit 363 MW erhielten einen Zuschlag, darunter 9 Projekte von Bürgerenergiegesellschaften. Bei der vorherigen Ausschreibung erhielten nur 4 Bürgerenergiegesellschaften einen Zuschlag. Von den 62 Geboten wurden 5 mit einer Kapazität von 25 MW nicht zur Auktion zugelassen. Abbildung 1 stellt das Verhältnis zwischen Ausschreibungsvolumen und Geboten über die bisherigen sieben Ausschreibungen dar.

Quelle: Bundesnetzagentur, eigene Darstellung 

Bayern und Brandenburg sind Spitzenreiter

Besonders erfolgreich waren diesmal Projekte in Bayern (10 Zuschläge mit 68,7 MW) und Brandenburg (10 Zuschläge mit 66 MW), nachdem auch bei der vorherigen Ausschreibung die meisten Projekte (23 Zuschläge mit 136 MW) auf Brandenburg entfielen. Nach Bayern und Brandenburg kamen die meisten anderen erfolgreichen Projekte aus den Bundesländern Hessen mit fünf Zuschlägen (44,5 MW), Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit vier und sechs Projekten (beide mit knapp 42 MW) und wieder Nordrhein-Westfalen mit sechs Zuschlägen (25 MW). Abbildung 1 zeigt die Verteilung der erfolgreichen Projekte auf die Bundesländer.

Quelle: Bundesnetzagentur, eigene Darstellung

Von den zehn Projekten, die in Brandenburg einen Zuschlag erhielten, befindet sich das größte mit insgesamt zwölf Windenergieanlagen in Reesdorf (Gemeinde Beelitz, Landkreis Potsdam-Mittelmark) in der Region Havelland-Fläming, nachdem die Region bei der letzten Ausschreibung im August leer ausgegangen war. Fünf weitere Projekte mit insgesamt sieben Windenergieanlagen befinden sich in der Region Uckermark-Barnim. In der Region Prignitz-Oberhavel erhielten 3 Projekte mit jeweils einer Anlage und in Oderland-Spree ein Projekt mit ebenfalls einer Anlage den Zuschlag. 

Quelle: Bundesnetzagentur, eigene Darstellung

Bislang höchster Zuschlagswert erteilt

Der Rückgang der Gebote führte zu noch höheren Zuschlagswerten: Der durchschnittliche Zuschlagswert lag im Oktober bei 6,26 Cent pro erzeugte Kilowattstunde und damit knapp unter der Gebotsgrenze von 6,3 Cent. In der vorhergehenden Ausschreibungsrunde lagen die Zuschläge im Durchschnitt noch bei etwa 6,16 Cent. Im November 2017 landete der durchschnittliche Zuschlagswert mit 3,82 Cent den bisherigen Tiefstand. Abbildung 4 veranschaulicht die Entwicklung der Zuschlagspreise bei den bisher sieben Ausschreibungen für Windenergie an Land.

Quelle: Bundesnetzagentur, eigene Darstellung

Ausschreibungen Photovoltaik

Im Oktober 2018 fanden gleichzeitig auch die Ausschreibungen für Solaranlagen statt. Auch hier stieg der durchschnittliche Zuschlagswert von 4,33 Cent pro Kilowattstunde im Februar, über 4,59 Cent im Juni auf 4,69 Cent im Oktober. Insgesamt wurden 183 MW ausgeschrieben. Von den insgesamt 37 erteilten Zuschlägen, erhielten acht Projekte in Brandenburg einen Zuschlag. Davon zwei Zuschläge für Projekte in Uckermark-Barnim, und jeweils drei in Prignitz-Oberhavel und Lausitz-Spreewald. Im Gegensatz zu dieser Ausschreibung, erhielt die Region Havelland-Fläming bei der vorherigen Ausschreibung im Juni den Zuschlag für ein Projekt in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel.

Siehe auch Beitrag vom 21.02.2018

 

Veröffentlich am: 21.11.2018